Eine nichtexistierende, Zitat: “Branche”, die Buchtrailer-”Branche”, feiert sich und die Verzweinullisierung von Literatur in einem Kino in Berlin Mitte.
Die teilnehmenden Filme werden unscharf, pixelig und jenseits jeglichen normalen Kontrasts, völlig überstrahlt, vorgeführt. Der Moderator, Knut Elstermann, schlecht angezogen und permanent auf das Thema Geld fixiert, quasselt die ganze Zeit humorig daher und bezeugt Präsenz im Gespräch mit zweidimensionalen Personen durch andauerndes Kopfnicken.
Highlight des Abends ist der Geschäftsführer vom “Bertelsmann Club”, der den Scheck für den dritten Platz vor der Bekanntgabe des Gewinners, mit dämlich-leerem-kameragerechtem Grinsen ins Publikum hält, die Namen der Preisträger für alle gut sichtbar, – der einzige potentiell prinkelnde Moment der Abenddramaturgie im Arsch – sowie ein österreichischer Koch, der sich nach eigener Aussage trotz “vieler großer und erfolgreicher Restaurants, wie ja die meisten im Publikum wissen, dennoch dem häuslichen Kochen verpflichtet fühlt” und dadurch die Legitimität seiner Kochbuchserie als gegeben sieht. Er sprach von Kartoffelchips “in Plastiksackerln”, Olivenbonbons und einer Freundin, die “eine Dame der Gesellschaft” sei.
Essenz des Abends: gymnasial daherplaudernde, filmemachende Studierende, die vom Wackel-Knut über die Beschränkungen des “Genres Buchtrailer” (sic!) befragt wurden, das merkwürdig calgongespülte gehirngewaschenfeuchte Gefühl in meinem Kopf, morgen unbedingt mal derclub.de anschauen zu wollen sowie die Androhung, dass man sich im Marktsegment “Buchtrailer” mittelfristig massiver positionieren möchte.
Bitte nicht! Lesen ist analog ihr Pfosten, auch wenn ihr glaubt, durch Filmchen “die Emotionen, die die Buchhändlerinnen beim Konsumenten durch direkte [sogenannte] Beratung auslösen” ersetzen zu können.
Nur peinlich der Abend und völlig überflüssig.
Aber nun ja, Geld für eine Platzierung ist dann doch Geld. Glückwunsch!
