Ohrverschmutzung & gebundene Klowand
Ohrverschmutzung zum Frühstück. Ohrwurm des Tages wird unglückseligerweise dies hier sein:
Wirklich überall wird im Hotel diese weichgespülte “feel good”-Musik gespielt. Grauenvoll. Im Zimmer wenigstens nicht, wobei ich nicht überrascht gewesen wäre, wenn die Musik im Bad automatisch losgeht, in dem Moment wo ich mich aufs Klo setze.
Hinzu kommt, dass täglich die Bettwäsche und die Handtücher gewechselt werden. Irrsinn. Ich habe die Heinzelmännchen an der Rezeption abbestellt, da ich es für völlig überflüssig halte und mich zudem komisch fühle, wenn ich “nach Hause” komme und das Zimmer nicht vorfinde, wie ich es verlassen habe. Angesichts des merkwürdigen Gesichtsausdrucks der Rezeptionistin und ihrer Nachfrage, ob ich wirklich sicher sei, dass ich den “room service” bis zur Abreise nicht benötige, bin ich vielleicht nicht der erste, aber doch einer der eher seltenen Gäste, die keinen Wert auf diese Service-overload legen.

Apropos service: Mantra im Lehrgang für den “serviceorientierten Umgang mit Gästen und Kunden” ist offenbar, dass so viele Sätze wie möglich das Wort “gern” beinhalten – das ist ja eigentlich ein alter Hut – aber auch, dass alles Gesagte hochfrequent gepiepst wird. Tatsächlich Fiepen hier alle Mitarbeiter. Je höher die Tonlage um so freundlicher, zuvorkommender, serviceorientierter? Eine gewisse freundliche Ruppigkeit und das Vertrauen der Mitarbeiter darauf, dass die Gäste erwachsen und fähig sind, selbstständig zu handeln, fände ich besser. Danke fürs Einschenken, aber ich bekomme meinen Kaffee tatsächlich allein in die Tasse!
Wahrscheinlich ufert das Thema Service und der Umgang damit auch deswegen gerade etwas aus, da bei mir eh etwas schnell das Gefühl der Servicebelästigung aufkommt. “Kann ich Ihnen helfen?” Die beste Frage überhaupt. Wobei sie eigentlich ja “falsch” gestellt ist, müsste es doch hochsonor heißen “Wie kann ich Ihnen gern helfen?” oder “Gern, kann ich Ihnen helfen, nur wie?” (Gern steht ja zu gern am Satzanfang.)
In einer freien Minute im Gästebuch geblättert und den anfänglichen Eindruck, dass es sich hierbei eigentlich nur um eine Art gebundene Klowand handelt, sehr schnell bestätigt bekommen.

gebundene Klowand: Danke Uwe
Ein neuer Tag beginnt. Es wird abenteuerlich.
Ein Prosit der Gemütlichkeit
avocado hass
schöne neue warenwelt
soll+haben
An einem Geldautomaten in der Warschauer Straße.
Irrenquote
eat.work.sleep
eat
work
sleep
Nachhilfe III: Reprise
Antwort auf: cock-a-leekie.de
Inglisch wird die Arbeitssprache
yes! no!
You say yes, i say no…
… und füge hinzu: “traue niemandem”.
original:
erm … das wirkliche Original:
[via photoshopdisasters]
Übrigens finde ich, dass künstliche Fingernägel auf einem Stinkefinger, die vermeintliche Aussage halbwegs relativieren, wobei beides einen netten Kontrast abgibt.
[via cock-a-leekie.de]
Knödel im Louvre
Abgesehen von den Knödeln (oder eben dumplings für die Zugereisten) werde ich den außergewöhnlich fürsorglichen Service des Louvres in Prag nicht vergessen.
In welchem anderen Restaurant ist man sonst schon derart bemüht um die Gesundheit der eigenen Gäste?
Totentanz der Vizetöchter
In der Tat, was ist eigentlich eine Vizetochter?
Ein schneller Suchlauf beförderte den nebenstehenden Textauszug zu Tage, der abgesehen davon, dass er nicht wirklich erklärt was eine Vizetochter ist, deprimierender kaum sein könnte. [via googlebooks] Im Übrigen stelle ich mir unter einer Vizetochter eine quasi adoptierte Tochter vor, für die es jedoch keine offiziellen Adoptionspapiere gibt. Macht das Sinn?
Ein imaginäres &
Ein imaginäres & zwischen beiden Beschreibungen eines Schalters im Hotel illustriert die Perfidität unserer sog. Dienstleistungsgesellschaft:
“Mach sauber & störe nicht”
Dich mag ich, dich mag ich nicht
Ein betrunkener Obdachloser steht auf dem Bahnsteig der U8 am Hermannplatz. Wie im Stereotyp des blüttenblätterrupfenden Verliebten, zeigt er auf jeden einzelnen vorbeieilenden Menschen und ruft: “Dich mag ich, dich mag ich nicht, dich mag ich …”
Mich mochte er nicht.
Hühnchenbrust? Wird schon hinhauen
Zwei BVG-Security-Typen, Oranienburger Str., Höhe Papa No: “Naja Sushi mag ick ja nich so. Dafür aber dit andere … Hühnchenbrust.” “Sicher, dass dat Hühnchenbrust is?” “Naja, jetze wo dus sagst, nich mehr …” Pause. “Aber wird schon hinhauen bei die, hoff ick mal.”
DFW auf Öl
Vorne ein ADS-Junge, der Autos zählt, die Ansagen nachplappert und hochsonor Lieder summt. Hinten ein eskalierender Streit zwischen einem Mann und einer Frau – auf russisch. Dazwischen DFW und ich. Die Sätze perlen wie auf einem Ölfilm von meinem Gehirn ab. Nur noch 15 Stationen
Marketingdeutsch
Marketingdeutsch: Bauernmild.
In diesem Sinne schlage ich auch folgende Attribute vor: metzgersanft, frisörinnenherb oder – etwas exotischer, aber durchaus auch auf einige Produkte anwendbar – stuhlgangsoft.
Michael Jackson, “bad”, alive & kicking at Bernauer Straße
Welchen besseren Ort könnte es für eine handvoll Kids und ihre Handyjukebox geben, als den weitgehend verwaisten U-Bahnhof Bernauer Straße, nachts gegen 10:00 Uhr, um relativ laut über die schlechten Boxen ihres Telefons Michael Jacksons “Bad” zu spielen?
(Das ist ja wirklich Wesley Snipes im Video. Schau an…)
Schneeballschlacht: Kreuzberg vs. Neukölln
Domina im Supermarkt
Neulich bei Kaisers.

Domina trocken 2007
Passend dazu:
Lummer-Land

Finde den Fehler
Aberglaube
Die Furcht davor, dass die momentane Freude über ein antizipiertes, wenn auch real greifbar Mögliches, letztendlich in Enttäuschung mündet und dieses vor allem durch die ursprüngliche Freude verursacht wurde…
Aberglaube?!
Außer Betrieb
Flatscreen-Zeitalter
Autobahnschließung
Pfosten
Ein Club in Kreuzberg. Raucherraum. Nur wenige Leute, da das Konzert läuft. Ein Typ, offenbar Musiker, im Gespräch mit jemand anderem. Die Konzertgeräusche sind gedämpft. Es ist relativ ruhig in dem Raum. Seine Lautstärke ist nicht angebracht, entspricht aber seinem Aufschneiderhabitus: “Ostküste, New York, Konzert trotz Jet Lag, Band Urlaub”. Er ist so ungeheuer geil. Buzzwords am laufenden Band. – Grad erst bemerkt, dass auf meinem Handrücken das Wort “cool” gestempelt wurde. Alle vom Einlasser geadelt, auch ohne Buzzing, Ostküste und den ganzen geilen Shit. Hab ich erwähnt, dass ich in New York, London und anderen ungeheuer coolen Städten war? Das nur am Rande, cool bin ich ja heute abend eh per se. Der Pfosten ist weg, das Bier leer, die Zigarette aus – Zeit fürs Klo.















